Detlef Jansen im Interview: “10 Prozent Kostenersparnis”

Logistikcoack Detlef JansenDetlef Jansen ist Inhaber von 5A Logistik – Jansen Unternehmensberatung. Der Strategieberater und verfügt über 35-jährige Branchenerfahrung. In einem Interview erzählt er von den seinen Erfahrungen und seine Werdegang in der Logistikbranche.

Sie verfügen über eine jahrelange Expertise im Logistikbereich. Wie fing es damals bei Ihnen an?
Als ich mich im September 1973 als Exportsachbearbeiter in der Versandabteilung eines mittelständigen Maschinenbauers meine Arbeit aufnahm, damals hieß das ganze noch Versand und nicht Logistikabteilung, wusste ich noch nicht, dass diese Arbeit bald schon viel mehr war als ein Job war. Diese Aufgabe entsprach genau meinen Stärken und Interessen. Ich machte diesen Job mit Leidenschaft. Es war kein reiner Schreibtischjob, obwohl es sehr viel mit der Ausfertigung von Zollpapieren zu tun hatte. Trotzdem gab es einfach die Notwendigkeit, permanent, um die Warenströme zu kümmern. In den Gesprächen mit den Lieferanten, mit der Produktion und mit dem Verkauf. Zu meinen Aufgaben gehörte es, die benötigten Montageteile just in time an der Montagestelle zu haben und dafür zu sorgen, dass die fertig montierten Maschinen rechtzeitig entsorgt wurden. Damals nannte man diese Aufgabe nicht supply chain, es entsprach aber dieser Aufgabe im vollen Umfang.

Wie haben Sie den Aufstieg geschafft?
Einen Karrieresprung gelang mir, mit einem Auftrag von 30.000 Tonnen in die V.R. China, der, obwohl die terminlichen Vorgaben erheblich durch technische Probleme belastet wurde, in 30 Teillieferungen verschifft wurde, ohne das die vertraglich vereinbarte Pönale zum tragen kam. Als Versandleiter konnte ich Jahren in den kommenden Jahren das volle Programm der logistischen Herausforderungen kennen lernen und meistern.

Aber in der Position sind Sie nicht geblieben?
Mein Drang mich immer neue Herausforderungen zu stellen, führte mich 1993 nach Berlin, wo ich zunächst in einer Spedition tätig war. 1998 machte ich mich mit einem Beratungsunternehmen selbstständig. Zu dieser Zeit war die Welt noch in Ordnung und man konnte seinen Lebensunterhalt mit der Optimierung der Logistikkosten verdienen.
Schnell konnte ich namhafte Unternehmen gewinnen und interessante Einsparungen durch Frachtenvergleiche und insbesondere durch Veränderungen in der Abrechnungssystematik umsetzen.

Das hört sich alles toll an, aber gab es da nicht auch Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten?
Ja, natürlich. Etwa sechs bis sieben Jahre nach meinem Start in Berlin wurde der Wind wesentlich rauer, die meisten Unternehmen hatten selbst Anstrengungen zur Frachtkostenoptimierung durchgeführt, sodass in Folge 2 Projekte ohne Ergebnis abgeschlossen wurden. Da ich von Anfang an erfolgsorientiert gearbeitet habe, habe ich bei diesen Projekten einen großen Aufwand aber keinen Ertrag gehabt. Auf der Suche nach Lösungen lernte ich die „Engpass – konzentrierte – Strategie kennen, die Prof. Mewes in den 1950 Jahren entwickelt hatte und richtete mein Unternehmen nach dieser Strategie neu aus. Ich erkannte, dass die Frachtkostenoptimierung alleine nicht das Problem meiner Kunden ist. Hohe Frachtkosten sind in der Regel nur die Folge von permanenten Anpassungsprozessen, die auf Grund der steigenden Kundenanforderungen notwendig werden.

Was haben Sie daraus gelernt?
Ich richtete mein Unternehmen neu aus und konzentrierte mich in den folgenden Jahren auf die 3 Kernprobleme der Logistikkette (Transparenz, Kundenanforderung, Kostenbegrenzung) mit dem Ziel durch die Lösung der logistischen Kernprobleme dieser Branchen einen möglichst hohen Nutzen zu stiften. Mit dieser Ausrichtung bin ich überaus erfolgreich und realisiere eine durchschnittliche Kostenersparnis von 10 Prozent meist unter Beibehaltung der bewehrten Dienstleister.

Vielen Dank für das Gespräch

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